Kategorie-Archiv: Projekte

Projekte, die wir unterstützen und begleiten.

Schwester Maria Grabis verstorben

Am Freitag, 17. Oktober 2015 ist Schwester Maria Grabis in Kairo verstorben.

YALLA e.V. trauert um sie, ist sie doch ein entscheidener Baustein der Existenz unseres Vereins.  Gründerin, Macherin der Projekte in Moytamada und Ras Sudr an denen YALLA e.V. mit Schwester Maria und ihren Mitarbeitern über viele Jahre mitwirken und viel Persönliches erleben durfte. In Dankbarkeit werden wir sie als Verein und als einzelne Mitglieder in lebendiger Erinnerung behalten!

Jugendbegegnung TUNESIEN – DEUTSCHLAND 2015

Jugendliche Partizipation auf dem Weg zur Demorkratie – Ein bilateraler Jugendaustausch

Was können Jugendliche im politischen Meinungsbildungsprozess einbringen? Wie sind Jugendeinrichtungen strukturiert? Welche Möglichkeiten haben Jugendliche sich zu engagieren? Diesen und vielen anderen Fragen möchten wir auf den Grund gehen.

Nach dem ersten Demokratisierungsprojekt 2013 mit Ägypten, organisiert YALLA e.V. 2015 mit Unterstützung der Stadt Stuttgart den bilateralen Jugendaustausch mit Teilnehmern aus dem Raum Stuttgart und Tunesien. Je 14 Jugendliche aus Deutschland und Tunesien begeben sich auf eine spannende Demokratie-Reise. Bereits im August/September 2015 hat Teil 2 – die Begegnung in Menzel Bourguiba in Tuniesen stattgefunden. Vom 21.-30.12.2015 findet der Besuch in Stuttgart statt.

Projektarbeit, Besuch Jugendeinrichtungen und Projekten, Kulturaustausch und manches mehr steht auf dem Programm. All das wird in einer Fotodokumentation und Film festgehalten.

Ausschreibung Jugendbegegnung 2015-2016

Kontakt: Julian.Siess@yallaev.de

Neues aus Moytamadea – Rundbriefe aus Kairo

Regelmässig erreichen uns die Rundbriefe vom Hilfsfond Schwester Maria aus Kairo in denen u.a. Pfarrer Schrödel über die Entwicklungen im Projekt und über die Lage in Kairo/Ägpyten berichtet. Hier finden Sie die beiden letzten Berichte:

Rundbrief Ostern 2015 Hilfsfonds Schwester Maria Rundbrief

Rundbrief Dez 2014 Hilfsfonds Schwester Maria Kairo Rundbrief

Viele Grüsse aus Kairo – Mitglied Margarete Eibner zu Besuch bei den Borromäerinnen Schwestern

Hier ein kurzer Bericht von Margarete Eibner, die Ende März bis Anfang April 2015 in Ägypten war: „Die Tage in Kairo waren sehr schön. Die Schwestern haben sich wie immer so gefreut und danken Euch allen ganz herzlich.
Schwester Regina erinnert sich auch noch gerne an die vielen netten jungen Leute die 2013 mit Johannes bei den Schwestern zu Besuch waren im Rahmen des Projektes mit den Lifemakers.
Die vielen Kilo konnte ich ja nur dank Bärbel, die es über Lufthansa organisiert hat, mitnehmen. Auch beim Zoll ging alles gut. Sie haben reingeschaut und gesehen daß es Medikamente waren und damit waren sie zuftrieden.“ Fotos folgen

Freunde des Tahrir Platzes – Initiative Michael Wurche

YALLA e.V. unterstützt seit 2013 die Initiative von Michael Wurche

Seit 1992 lebt Michael Wurche (ehemaliger Lufthansa-Regionalleiter für arabische Länder) in Ägypten. Die meiste Zeit in der Ruhe der Mubarak-Jahre. Dann hat er mit seiner ägyptischen Frau die Revolution vom Januar 2011 erlebt, und sie hofften, dass danach das Blutvergießen vorüber sei und und das Land nun die Chance für eine echte Demokratie bekomme.

Der Midan el Tharir, der „Platz der Befreiung“ in Kairo wurde Zentrum und Symbol der Erhebung. Michael Wurche hat sein Büro nur 100 m vom Midan el Tahrir entfernt. Er hat miterlebet wie während des Aufstandes 846 Menschen starben und über 6.500 verletzt wurden. Von denen haben viele auch zwei Jahre später immer noch keine adäquate medizinische Versorgung bekommen. Herr Wurche hat etlichen Schwerverletzten zur Behandlung nach Deutschland geflogen. Dabei haben ihn eine ägyptischen NGO (Non Government Organisation) und dem Geschäftsführer der Deutsch Arabischen Handelskammer Kairo  sowie immer wieder Spenden über YALLA e.V. geholfen.

Nach der Revolution sind in Ägpyten viele neue Parteien gegründet worden. Einige davon bestehen überwiegend aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ihnen fehlt jedoch das Know-How und sie kennen die Regeln der Politik nicht. Es fehlt ihnen an Vorbildern. Michael Wurche hat als Flüchtlingskind aus Schlesien selbst einen schweren Weg mit Hunger und Ausgrenzung erlebt, daher ist im die Jugend in Ägypten zu einer Herzensangelegenheit geworden.

Kontakt bei Fragen zur Initiative bei YALLA e.V.: Johannes Söhner

Demokratisierungsprojekt – Bericht

Bericht über den Aufenthalt in Kairo und Alexandria

20 motivierte Menschen zwischen 16 und 47 Jahren wagten sich auf ein einmaliges Abenteuer. Die Gruppe aus dem Großraum Stuttgart und Böblingen bestand nicht aus irgendwelchen „normalen“ Menschen sondern sogenannte „Multiplikatoren“. Sie übernehmen in den unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtliche Aufgaben und können somit das Erlebte in ihre Vereine, Schulen und Organisationen weitertragen . Dazu kommen die Freunde, Familien und Bekannte, die schon viel während diesem Projekt erfahren haben.

Am Anfang haben die Teilnehmer ein Motivationsschreiben erstellt und sich um die heiß begehrten Plätze beworben. So waren neben einer aktiven SPD-Ortschaftsrätin, ein Schülersprecher einer Realschule, eine FSJlerin und der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Ausbildungssprecherin, Leitungsteamerin aus dem Waldheim Tannenberg und viele andere mit von der Partie. Zusammen mit einem 5-köpfigen Leitungsteam erlebten wir den Alltag von jungen Menschen, und ihre Motivation sich für das „Neue Ägypten“ einzusetzen.

Dabei hat unsere Partnerorganisation LIFEMAKERS wirklich großartige Arbeit geleistet, das Programm war besser als wir es je von einer
europäischen Organisation erlebt hatten. Wir durften einen Einblick bekommen in Sozialprojekte in kleinen Dörfern über Gespräche mit den unterschiedlichsten Parteien im Parlament bis hin zu neuen und jungen Medien. Dabei stand aber auch das persönliche Kennenlernen und die Diskussionen untereinander im Mittelpunkt.

Kontakt haben wir unseren Unterstützern in der Abteilung Außenbeziehungen in Stuttgart zu verdanken. Ohne die gute, vernetzte Arbeit in Stuttgart hätten wir die Möglichkeit nicht gehabt einen solch kompetenten Partner zu finden.

Die ersten zwei Tage unserer Reise waren zum akklimatisieren angedacht und zur Einstellung auf die neue Kultur, das Land und die gewaltige Geschichte. So waren wir an den Pyramiden, konnten der Sphinx (ja – wir haben gelernt, dass die Ägypter der Sphinx und nicht die Sphinx sagen) sehen, haben viel über die Geschichte des Landes im Ägyptischen Museum gelernt, wir sind auf dem Nil in einer
Felluka gefahren und haben Kairo bei Nacht auf dem Kairo-Tower bewundern dürfen. Neben den vielen inhaltlichen Schwerpunkten stand auch der menschliche Schwerpunkt im Mittelpunkt. In den ersten beiden Tagen unternahmen wir viele Gruppen-Findungs-Spiele, stellten uns gegenseitig unsere Träume und Erwartungen vor. Die nächsten vier Tagen wurden in den Kleingruppen verbracht und enthielten die inhaltliche Arbeit am Thema „Austausch von Demokratiewerten“. Jede Kleingruppe hatte ihr eigenes Programm, welches von LIFEMAKERS zusammen gestellt wurde. Die Gruppen bestanden jeweils aus vier jungen Menschen aus Ägypten und vier Deutschen, einen Dolmetscher und einem Teamleiter (Kameramann oder Fotograf oder Dramaturgin).

Unserem ägyptischen Partner war es dabei wichtig, dass jede Gruppe ein Projekt von LIFEMAKERS selbst kennenlernt. Die Organisation hat
über 15.000 ehrenamtliche Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen. Sei es im Alphabetisierungskurs, bei Life Guardians (Sucht
und Drogenberatung bei Jugendlichen) oder den Mikro-Krediten. LIFEMAKERS ist wirklich eine große Hoffnung für das eigene
Land.

Das Film-Team war während der Kleingruppen-Arbeit im Parlament und durfte dort zwei Parteien interviewen und bei einer Frau, die durch
LIFEMAKERS eine zweite Chance bekommen hat. Durch einen Mikro-Kredit konnte sie einen kleinen Laden aufbauen und so ihre Tochter ernähren, die nun zur Schule gehen kann.

Das Foto-Team stellte Szenen nach, die die Revolution thematisieren. Hauptsächlich hielten sie sich in der Gegend um den
Tahrir-Platz auf. Die Gruppe wurde nach Benha, einer kleinen Stadt neben Kairo, gefahren und durfte zwei Familien besuchen, die
durch die Hilfe von LIFEMAKERS einen Webstuhl zur Verfügung haben und nun ihre Kinder wieder in die Schule schicken können. In Ägypten ist die Situation leider häufig so, dass die Kinder mithelfen müssen die Familie zu ernähren. So bleibt ihnen nicht die Chance in die Schule zu gehen.

Außerdem durfte das Foto-Team an einem Kurs zum Alphabetisieren teilnehmen und konnte miterleben wie ca. 10 Erwachsene ihr Zertifikat zur erfolgreichen Teilnahme des Kurses überreicht bekamen.

Das Lyrik-Team besuchte die Grabstelle von Safia Zaghloul und eine Statue mit dem Namen “ Mutterland“. Sie waren bei einer alleinerziehenden Witwe, die aus Überzeugung immernoch Burka trägt. Diese Frau berichtete aus ihrem Leben, was die Mädchengruppe sehr beeindruckte. Zudem hatte die Gruppe noch die Möglichkeit mit Bothaina Kamel zu sprechen. Die Frau ist die einzige weibliche Präsidentschaftskandidatin von Ägypten.

Am Freitag besuchte die gesamte Gruppe eine Moschee und nahm an den Freitagsgebeten teil. Danach empfingen uns die Schwester Boromäer,
eine Ordensgemeinschaft, die seit dem 19. Jahrhundert in Ägypten weilt. In Kario unterhalten die Schwestern eine Ambulanz und einen
deutschen Kindergarten. In die Ambulanz kommen Menschen, die sich einen normalen Arzt nicht leisten können. Hier können sie sich gegen einen kleinen Obulus untersuchen lassen und bekommen Salben mit nach Hause um ihre Wunden entsprechend versorgen zu können.

Danach ging es mit einem freiwilligen Teil der Gruppe nach Mokatam. Dieser Stadtteil oben auf den Bergen ist sehr schön gelegen und ist
bekannt durch seine Müllstadt. Hier leben Menschen von Müll, den sie aus der Stadt Kairo sammeln, trennen diesen und verkaufen ihn
wieder weiter an Unternehmen. Hier im Herzen der Müllstadt hat eine Mutter Teresa einen Kinderhort und ein Altenheim aufgebaut. Das Altenheim war für die Teilnehmer sehr erschreckend – in einem großen Raum lagen ca. 20 alte Menschen, die meisten zusammen gekauert und konnten sich nicht bewegen.

Am Sonntag reiste die Gruppe von Kairo nach Alexandria an die Küste. Die Fahrt unterbrache wir mitten in der Wüste bei einem Museum über den 2. Weltkrieg. Das Museum klärte die Teilnehmer über die Schlachten in der Wüste Nordafrikas auf, die Kämpfe waren zwischen Italien, Frankreich, England und Deutschland.

Die Tage in Alexandria waren den persönlichen Gesprächen und der Gruppe überlassen. Zum einen konnten dort die Projekte fertiggestellt werden, die in der Deutschen Evangelischen Oberschule (DEO) präsentiert werden sollten, zum anderen war Raum für Gruppenspiele, beispielsweise im Mntazah Garten, für Gespräche über Religion, Glauben, Revolution und Demokratie. Für einen freiwilligen Teil wurden aber auch touristische Ziele wie die Bibliothek, und die Zitadelle angeboten.

Den Hauptpunkt unserer Reise bildete die Präsentation der Ereignisse aus den drei Projektgruppen in der DEO. Bei unserem Vortrag
waren Vertreter der Deutschen Botschaft, des Vorstandes von LIFEMAKERS, des Gouverneurs von Kairo und des DAAD.(Deutscher Aktademischer Austauschdienst).

Am letzten Tag kochten die Deutschen Kartoffelsalat und Kässpätzle für die Ägypter und wir ließen den letzten Tag gemütlich im Hauptquartier der LIFEMKAERS ausklingen.

Der Abschied fiel sehr schwer und bei der letzten Feedback-Runde wurde deutlich, dass jeder Teilnehmer sich auf das Wiedersehen in
Deutschland freut.

Demokratisierungsprojekt – Programm

Demokratisierungsprojekt mit Ägypten

Islamische Demokratiebewegung im Austausch mit dem traditionellen Demokratieverständniss in klassisch christlichen Ländern

Besuch in Kairo mit zwölf deutschen Jugendlichen von 01. – 13.April 2013 .

31.März:
Anreise Frankfurt 15.10 Uhr – Kairo 19.10 Uhr mit Egypt Air

Abends folgt das erste Kennenlernen der ägyptischen und deutschen Jugendlichen in einer kleinen Runde und Vorstellung der nächsten
Projekttage.

1. April:
Kennenlernen der Stadt mit der deutschen Gruppe durch ein kleines Stadtspiel unter
dem Motto: Was sehe ich? Was ist mir fremd? Was finde ich toll?

2. April:
Besichtigung eines Eine Welt Projektes. (Kontakte stehen über Yalla e. V. und die Stadt Stuttgart zu Verfügung).

3. – 6. April:
Bildung von drei Kleingruppen mit jeweils vier Deutschen und vier ägyptischen Jugendliche. In jeder Gruppe ist ein ägyptischer Student, der in Stuttgart studiert, als Übersetzer. (Bei den Übersetzern handelt es sich um Ägyptischer die in Deutschland leben. Durch
Ihren Dienst als Übersetzer werden sie „indirekt“ in dieses Projekt integriert. Das daraus gewonnene Interesse kann zu
Beteiligungen im Demokratie-Austausch führen).

Der Ablauf der nächsten Tage geschieht in den festen Kleingruppen. Gemeinsame Abendessen dienen dabei das Erlebte zu verarbeiten und
dienen dem Austausch außerhalb der Kleingruppen.

Gruppe1 ist das Foto-Team. Ziel ist es die verschiedenen und wichtigen Plätze der Demokratie festzuhalten. Hierzu sollen die Ägypter die deutschen Jugendlichen durch Kairo führen. Begleitet werden sie von einem Fotografen.

Gruppe 2 ist das Interview-Team. Diese sollen unterschiedlichste Menschen zum Thema Demokratie interviewen. Begleitet werden sie von einem Kameramann.

Gruppe 3 ist das Lyrik-Team. Diese Gruppe soll nur weiblich sein. Die Aufgabe wird sein mit Frauen über Gleichberechtigung zu reden und daraus lyrische Texte zu gestalten. Begleitet werden sie dabei von einer Dramaturgin.

Da das Thema des Projektes nicht nur die Demokratieförderung ist, sondern auch ein interreligiöser Dialog statt finden soll, ist
freitags ein Besuch der Al Hasan Moschee verbunden mit einem Gebet und einem anschließendem Gespräch zum Thema Religionsfreiheit und Demokratie geplant.

Am Sonntag wird jede Gruppe an einem koptischen Gottesdienst am Tharir Platz – dort wo auch die verletzen Demonstranten versorgt wurden – teilnehmen und danach mit den Menschen ins Gespräch kommen wieder zum Thema Demokratie und Religionsfreiheit. Hier ergeben sich eventuell Unterschiedliche Meinungen, die anschließen von den Jugendlichen analysiert werden können.

7.April:
Fahrt mit dem Zug nach Alexandria. Dort wohnen wir einem Lifemakers Zentrum und führen auch die eine oder andere Aktion mit den Jugendliche in Alexandria durch.

8. April:
Zusammenfassung der Ergebnisse und Erlebnisse sowie Feedback in Kleingruppen.

Die Ergebnisse werden anschließend den anderen Gruppen vorgestellt. Die festgehaltene Ergebnisse werden dann, für jeden zugänglich,
auf einer Homepage geladen. Über die Homepage ist auch weiterhin ein Austausch der Jugendlichen möglich.

9. April:
Auswertung und Ausblick: Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, wie die deutschen und ägyptischen Jugendlichen ihre Erfahrungen
weitergeben können.

Am Schluss werden ägyptisch – deutsche Tandems gebildet, die dann die letzten Tage unabhängig voneinander reisen können. Dabei kann/ soll es zur Vertiefung der entstanden Kontakte kommen und auch Raum zur „Eigendynamik“ geschaffen werden.

10. April:
Fahrt zurück nach Kairo und „Tandemerlebnisse“.

11. April:
Präsentation der Ergebnisse in der Evangelischen Oberschule Kairo mit vielen Funktionsträgern um 11 Uhr.

12.April:
Verabschiedung

13. April:
Rückreise Kairo 9.45 Uhr – Frankfurt 14.10 Uhr