Die Sinai-Halbinsel

Die Sinai-Halbinsel ist die geographische Verbindung zwischen Afrika und Asien. Bereits die Pharaonen sandten Expeditionen aus, um hier Gold, Kupfer und Türkis holen zu lassen. Der Tempel Serabit el Khadim war Hathor, der Göttin der Türkise, geweiht und Schutztempel der zahlreichen Minen in der Umgebung, in denen die Ägypter während des Alten Reiches Türkise und Kupfer gewannen.

Auf der Grundlage des Camp-David-Abkommens von 1979 erhielt Ägypten den seit 1967 von Israel besetzten Sinai zurück. Die bessere Anbindung des Sinai an das ägyptische Festland erfolgte 1980 durch den Bau des in der Nähe von Sues gelegenen Ahmed-Hamdi-Tunnel. Der 1969 eröffnete Sueskanal stellt heute die zweithöchste Divisenquelle Ägyptens dar.

Seit Menschen gedenken wird die Wüstenlandschaft von Beduinen bewohnt. Dem harten Leben in der Wüste angepaßt, wissen die Beduinen die geringsten Zeichen von Fruchtbarkeit oder Wasser zu erkennen. Die ständige Beweglichkeit zählt zu einer Grundbedingung für das von der Zivilisation abgeschiedene Leben in der Wüste. Die Sinai-Beduinen halten vor allem Ziegen, seltener Schafe und Kamele. Jeder Stamm, dem ein Sheikh vorsteht, hat ein bestimmtes Territorium, in dem er auf der Suche nach saisonal günstigen Nahrungsquellen umherziehen darf. Während der Dattelernte kehrt der Großteil der Familie in die Oase zurück. Die wirtschaftliche Entwicklung drängte die heute größtenteils seßhaft gewordenen Beduinen an den Rand der Gesellschaft. Viele leben inzwischen vom Tourismus und bieten Trekking- und Kameltouren an. Sehr faszinierend sind Ausflüge zum Nahe bei Nuveiba liegenden Coloured Canyon: In Jahrtausenden von Jahren legte die Erosion Sandsteinschichten in unterschiedlichen Rot- und Gelbtönen frei und zeichnete expressionistische Gemälde hinein, die nur im Schatten der Schlucht Bestand haben.

Der Süden ist geprägt durch eine von ausgetrockneten Flußläufen durchzogene bizarre Berglandschaft. Die Hochgebirgszone prägen uralte Granit-, Gneis- und Schieferformationen, deren Farbenspiel zwischen rot, braun und schwarz wechselt. Dieser Faszination konnte sich schon Moses nicht entziehen, der am Ort des heutigen Katharinenklosters den brennenden Dornbusch vorfand.

Das rote Meer ist mit seinen goldgelben Sandstränden und den artenreichen und schönen Korallenstränden ein Paradies zum Baden und Schnorcheln. Besonders bekannt sind die Orte Sharm El Sheikh mit dem in der Nähe gelegenen Nationalpark Ras Mohammed und das nahe Dahab gelegene Blue Hole, ein Loch in der Riffplatte mit 80 m Durchmesser und großem Fischreichtum.

 

Home