Moytamadea - das Müllviertel der Zabalins

 

Kairo, Ägyptens Metropole hat viele Gesichter. Weniger bekannt als die faszinierenden Grabstätten sind Kairos Müllstädte. Tausende von Müllsammlern, Zabalins genannt, leben in Kairo vom Müll. Meist sind es Kopten aus den ländlichen Provinzen des Landes, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Hauptstadt gezogen sind. Oft aber bleibt ihnen aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit nur der Ausweg sich das Recht zum Müllsammeln zu erkaufen. Der gesammelte Müll wird sorgfältig herausgelesen.

Zwischen Wellblechhütten auf staubiger Straße spielen Kinder im Müll, in dem Schweine nach Essenresten und Ziegen nach Papierabfällen suchen. Der Restmüll wird an Ort und Stelle verbrannt. Diese unkontrollierte Lagerung und Verbrennung des Mülls verursacht nicht nur einen beißenden Gestank nach Fäulnis und Verwesung, sondern auch gravierende Probleme für Mensch und Umwelt.

Inzwischen ist das Grundwasser so verschmutzt, daß es nicht einmal abgekocht verwendet werden kann. Trinkwasser muß außerhalb des Müllviertels in Kanistern gekauft werden. Die Lebensgrundlage der Zabalins besteht aus Müllgebühren und dem Erlös aus dem Wiederverkauf des handverlesenen Mülls.

 

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