Der Assuan-Hochdamm und seine Folgen

 

Der 1971 fertiggestellte Hochdamm war nicht nur für Ägyptens damaligen Präsidenten Gamal Abd el Nasser ein Prestigeprojekt, sondern auch für die Sowjetunion, deren Ingenieure hier zum ersten Mal ein solches Mammut-Projekt außerhalb des eigenen Landes verwirklichten. 4,3 Mrd. DM hat das gigantische Projekt gekostet. Wie alle Staudammprojekte, hat auch der Assuanstaudamm für die Entwicklungsplanung seines Landes eine überragende Bedeutung. Nasser verband mit dem Staudammbau die Hoffnung auf größere ökonomische Unabhängigkeit; es sollte die Jahrhundertlösung für die Versorgung und Beschäftigung der ägyptischen Bevölkerung werden.

Erst mit der Inbetriebnahme des alten Assuan-Staudammes im Jahre 1902 konnte man in Ägypten zur Dauerbewässerung übergehen. Das Wasser der Hauptflutwelle wurde durch diesen Damm nicht erfasst. Man ließ es ungehindert passieren und begann erst bei wieder sinkendem Flusswasserspiegel, das Wasser zu stauen. Vorteil dieser Methode war, dass die an Schwebestoffen reiche Wassermassen des Blauen Nils nicht abgefangen wurden. Dadurch vermied man auch eine Verschlammung des Wasserreservoirs.

Wasserbau hat in Ägypten eine 5000 jährige Geschichte. Kein Land ist in seiner Existenz so sehr von einem Fluss abhängig. Die jährliche Schwankung des Abflusses bedeutete eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung des Niltals, entweder durch eine Überflutungskatastrophe oder durch Wassermangel. Bereits im Altertum wussten die Ägypter die saisonale Nilschwelle für ihren Bewässerungsanbau optimal zu nutzen. Bereits 300 v. Chr. Entwickelten sie ein planmäßiges Bewässerungssystem mit Kanälen, Gräben und Hebewerken.

Aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums war eine Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzfläche erforderlich. Um die Grenzgebiete zwischen Niltal und Wüste kultivieren zu können, war die Errichtung eines größeren Staubeckens nötig, damit auch die immer noch ungenutzte Hochflutwelle abgefangen werden konnte.

Der Hochdamm hat nicht nur positive, sondern auch gravierende negative Auswirkungen:

Ökologische Schäden:

Auch eine Beurteilung aus rein wirtschaftlicher Sicht führt zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Bau des Hochstaudammes um einen großen Irrtümer unserer Zeit handelt. Allein die Kosten für die dringlichsten Maßnahmen zur Beseitigung von Folgeschäden überwiegen den Gesamtnutzen des Dammes.

 

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