Altägyptische Jenseitsvorstellungen

Die Vorstellungen der alten Ägypter vom Jenseits symbolisierten das Naturgesetz von Werden und Vergehen. Das Totengericht findet vor Osiris, dem Gott der Unterwelt statt. Das Herz des Verstorbenen wird aufgewogen gegen eine Feder der Göttin Maat. Der Tote wird aufgenommen von der Sonnenbarke oder wird in die Unterwelt verbannt.

UNTERWELT

Der Tote wird gefesselt, geköpft und zerstückelt den Dämonen und Ungeheuern der Unterwelt überlassen. Nachdem das Blut aus den Adern gekeltert wurde, landen sie im brennenden Feuersee aus Blut. Der arme Sünder mußte blutleer und geköpft in den glühenden Wogen ewig um sein Leben schwimmen.

SONNENBARKE

Getsteuert vom Gott Re beginnt die unendliche Reise durch die Gestirne: Tagsüber von Osten nach Westen mit der Sonne, nachts Höllenfahrt mit all ihren Gefahren. Das Jenseits ist von den Hohepriestern systematisch vermessen worden. Die 6. Stunde ist der Tiefpunkt der Reise - in die Dunkelheit bricht Licht der Sonne und vereinigt Körper und Seele. Im 7. Bereich der Unterwelt lauert Apophis, Re's Widersacher, als Schlange - ohne Hände, Füße und Sinnesorgane - verkörpert er blind, taub und stumm das Chaos.

Das Ziel des Apophis ist, das Schiff der Sonne stranden zu lassen und mit dem Lauf der Sonne die Welt insgesamt zum Stillstand zu bringen. Apophis schlürft jedesmal grunzend alles Wasser in seinen gigantischen Leib, bis die Sonne aufläuft. Dann tritt regelmäßig die zauberkundige Göttin Isis an den Bug der Barke, deren Zauber das Monster lähmt. Schließlich rammen Bewaffnete so lange ihre Speere in den Leib der Riesenschlange, bis sie sich übergibt. So kann die Sonnenbarke ihre Reise mit aufrauschenden Fluten fortsetzen.

 

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